Lichtenberger Sommer: Gutes Ende für alle

66. Miowitz 5/9 70. Püschel 5/9 190. Tschirschwitz 3/9 200. Koerber 2,5/9

Der Lichtenberger Sommer ist zuende, und alle Laskeraner können mit ihren Platzierungen zufrieden sein. Alle erreichten mindestens die Punktzahl, die nach Startrangliste erwartet werden konnte.

Werner Püschel hatte seine Punktpflicht bereits vor der Partie erfüllt. Gegen Jens-Uwe Jaeschke (DWZ +121) versuchte er natürlich trotzdem alles, aber zwei kleine Ungenauigkeiten genügten zum Partieverlust. Im Botwinnik-Engländer ist es nie so klar, ob der sSd4 stark oder abseits steht. Püschel entschied sich für letzteres und tauschte das Tier ab, was sich ebenso als Irrtum herausstellte wie die Konsolidierung des Königsflügels mit h6. Hinterher ist man immer schlauer ... Püschel endete, auf Platz 63 gesetzt, auf Rang 70. Das Schweizer System ist nicht genau genug für solch kleine Differenzen. Ein Blick auf die Wertungen sagt da mehr: +6 DWZ und +6 ELO bestätigen eine Punktlandung.

Torsten Miowitz wäre nach der achten Runde im Soll gewesen, wenn das Turnier zuende gewesen wäre. So brauchte er noch mindestens ein Remis. Wer auf remis spielt, verliert, und so ging er Agustin Plaza Reino (+106 DWZ) mit einem Damengambit statt seinem üblichen Londoner System an. Die Vorentscheidung fiel im 20. Zug, als Miowitz das Zentrum mit e4 angriff und sicher mit dem Abtausch rechnete, wonach er mit der beweglichen Zentrumsmajorität und gutem Figurenspiel leichten Vorteil hätte erreichen können. Plaza Reino verzichtete auf den Ausgleich, ermöglichte den Vorstoß nach e5, und der fehlende Raum war die Grundlage für die Niederlage. Lohn für das gute Spiel von Miowitz war Platz 66 statt Rang 112 aus der Setzliste, ein Zugewinn von 31 DWZ- und 24 ELO-Punkten.

Stephan Tschirschwitz musste gegen die etwa gleich gewertete Amina Fock antreten. Nun ist das mit Wertungszahlen bei Jugendlichen mit ernsthaftem Training so eine Sache,  einen Hunderter muss man da zur Sicherheit mindestens dazurechnen, um die wahre Spielstärke einzuschätzen. In einem nicht ganz alltäglichen Sizilianer gab Tschirschwitz einen Bauern, der so aussah, als ob er viel zu weit vorgerückt wäre, um von Fock erfolgreich verteidigt werden zu können. Aber irgendwie fand sich immer ein Zug, und am Ende wurde aus der vermeintlichen Bauernschwäche der gewinnbringende Freibauer. Tschirschwitz war auf Platz 183 gesetzt und wurde 190., nach Plätzen und Punkten praktisch genau nach der Vorhersage. Allerdings ließ er gegen einige auf dem Papier schwächere Spieler – Jugendliche und Wertung, s.o. – einige DWZ-Punkte liegen und verlor 46 DWZ- und 20 ELO-Punkte.

Bernhard Koerber brauchte noch einen halben Punkt, um sein Soll zu erfüllen. Gegen Gennaro Tedesco (+39 DWZ) erreichte er im Grand-Prix-Angriff sehr schnell eine bessere Stellung und konnte sich Hoffnung auf den ganzen Punkt machen. Ein kleines Übersehen machte die Hoffnung aber zunichte, Koerber verlor einen Springer und die Partie. Gesetzt auf Platz 193, erreichte er Rang 200. In DWZ entspricht das einem zu vernächlässigenden Verlust von 6 Punkten; in der auf regionaler Ebene ungenaueren ELO schlagen -18 zu Buche.

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