Betriebsschach ändert Meldeordnung

Ein Status-II-Spieler mehr pro Mannschaft einsetzbar, einjährige Wartezeit bei Statuswechsel

Ein lange schwelender Konflikt scheint beigelegt: Die Berliner FV Schach hat am Freitag ihre Meldeordnung geändert. Künftig kann in einer Mannschaft ein Status-II-Spieler mehr eingesetzt werden (bislang: die Hälfte). Außerdem erfolgt ein Wechsel von Status II zu Status I erst ein Jahr nach Austritt aus dem DSB-Verein.

Diese Neuregelung ist sehr zu begrüßen. Damit wird der Kampf zwischen den Verbänden um Spieler abgemildert, unter dem gerade die SG Lasker in den letzten Jahren sehr gelitten hat. Sie ist zudem das lange vermisste Friedensangebot seitens des Berliner Firmenschachs. Auch wenn die aktuelle Regelung immer noch nicht optimal ist – immer noch werden DSB-Spieler diskriminiert, und immer noch greift die FV Schach im Breitensportbereich weit über den Betriebssport hinaus in die Domäne des BSV (Mitglied im DSB, der Mitglied im DOSB ist) ein – ist auf dieser Basis endlich wieder eine Zusammenarbeit im Sinne einer besseren Förderung des Schachsports möglich.

Edit: In einer früheren Fassung des Artikels wurde irrtümlich der Samstag als Änderungsdatum genannt.

Kommentare des Verfassers:

1. Natürlich besteht die FV Schach aus den unterschiedlichsten Menschen, und die haben verschiedene Meinungen. Auch maßgebliche Funktionäre der FV Schach haben in den letzten Jahren auf eine Änderung der Meldeordnung hingearbeitet, die eine erneute Zusammenarbeit mit dem Berliner Schachverband ermöglicht. Sie haben erst jetzt eine Mehrheit gefunden und konnten auch nicht alle ihre Vorstellungen durchsetzen. Daher ist die jetzige Änderung ein erster, aber ein sehr wichtiger Schritt zur Normalisierung der Beziehungen.

2. Mir war nicht bewusst, dass die FV Schach satzungsgemäß ihren Auftrag über das Betriebsschach hinaus sieht. Natürlich sehe ich diesen Anspruch sehr kritisch. Gerade in Randsportarten ist eine Konkurrenz von anderen Verbänden mit den Fachverbänden im DOSB fragwürdig. Aber der Anspruch ist legal, und daher habe ich eine schärfere Formulierung im Artikel geändert.

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